Warum sind Ameisen eigentlich so strunzdumm?

Ok, ich weiß, Ameisen sind nicht als triefend vor Intelligenz bekannt. Logisch. Schließlich sind sie ziemlich klein. Dementsprechend kann man sich die Größe ihres Gehirns vorstellen. Wobei – lassen wir doch das Gehirn beiseite: Der Mensch hat ein ziemlich großes und macht doch unvorstellbar dämliche Sachen. Na gut, dann eben der Instinkt: Da sollte man doch meinen, davon haben Ameisen, so klein sie sind, genug. Schließlich sind sie Tiere, wenn auch nur Insekten, und Tiere, die haben doch, so meint der Mensch mit dem großen Gehirn, dem sein Instinkt schon oft abhanden gekommen ist und der seinem Bauchgefühl zu wenig traut, na jedenfalls könnte man meinen, Ameisen haben einen guten Instinkt.

Nix da. Im Gegenteil. Und von wegen.
Wer einen guten Instinkt hat, macht nicht so was:

In der Hängeerdbeere haben sich Ameisen einen Hügel gebaut.

In der Hängeerdbeere haben sich Ameisen einen „Hügel“ gebaut.

Ich hab schon mal versucht, sie aus meiner Hängeerdbeere zu vertreiben und die Pflanze eine halbe Stunde „gebadet“. Das killt die stärkste Ameise würde man meinen – meint mein großes Gehirn. Aber nichts dergleichen – noch immer tummeln sich die Viecherln da drin. Jedes Mal wenn ich gieße, bricht natürlich Panik im Ameisenbau aus und die Bewohner verlassen das quasi sinkende Schiff. Deswegen hör ich natürlich nicht auf zu gießen, ich meins ja gut. Denn ich denk mir: Irgendwann müssen es diese strunzdummen Ameisen doch checken: Meine Hängeerdbeere ist nicht das richtige Örtchen, um seiner Königin zu dienen und die Nachhut aufzuziehen. Aber sie checken’s nicht. Da muss man härtere Maßnahmen ergreifen. Anderswo hab ich zum Beispiel mit Silikon abgedichtet.

Ein weiterer Ort, an dem sich die Ameisen ihren Bau bauen wollten: an der Eingangsstiege.

Ein weiterer Ort, an dem sich die Ameisen ihren Bau hochziehen wollten: an der Eingangsstiege.

„Ja genau, quasi in der Fassade neben der Eingangsstiege ist doch der ideale Ort, um sich häuslich niederzulassen.“, so oder so ähnlich dachte die Ameisenanführerin wohl, als sie sich mit ihrem Völkchen hier, an unserer Eingangstür, breit machen wollte. Nachdem tägliches Davonspülen nichts hilft – nach den Hängeerdbeerenbau-Erfahrungen eigentlich nicht verwunderlich – verspachteln wir die ameislichen Bauversuche eben mit Silikon. Lernen ist manchmal ein harter Prozess.

Und warum mich das alles so aufregt? Strunzdummheit regt mich einfach auf. Denn die Sache ist die: Die Ameisen haben ein paar hundert Quadratmeter Garten, um sich einen schönen Hügel zu bauen. Aber was machen diese strunzdummen – Verzeihung, das sagte ich bereits – endlos dämlichen, anscheinend instinktlos handelnden Viechereien? Breit machen sie sich! Dort, wo’s keiner braucht. Aber zum Glück gibt’s auch Ameisenvölker mit mehr Kollektivhirn, das rettet meinen Glauben an die Natur wieder.

Es gibt auch intelligentes Leben im Garten: Im wilden Gartenteil haben sich ein paar Ameisen keine Hügel, fast schon einen Berg gebaut.

Es gibt auch intelligentes Leben im Garten: Im wilden Wiesenteil haben sich ein paar Ameisen keinen Hügel, nein, fast schon einen Berg gebaut.

 

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