Obstbaumschnippischnappi-Kurs.

Wir haben einen Zwetschkenbaum im Garten und der macht mich fertig – er will seine schönen Früchte einfach nicht hergeben. Er ist so dicht und vermurxelt, dass ich mir schon zwei Leiberl zerrissen hab bei dem Versuch, ihm seine Schätze abzunehmen. Andauernd stehen einem Äste im Weg, zerkratzen die Haut – oder durchlöchern die Kleidung – und nirgends kommt man ordentlich ran und dann hat man nach einer Stunde Ernte-Kampf gerade mal zwei Hand voll Zwetschken.

Stellte ich mir idyllischer vor. Und deshalb hab ich letzten Samstag auf der Garten Tulln einen Obstbaumschnittkurs besucht. Angeboten wird der von Natur im Garten, die während der Gartensaison so gut wie jede Woche ein Seminar zu unterschiedlichsten Themen bieten – zu einem super Preis.

Für mich war die Teilnahme jedenfalls sehr lehrreich. Vormittags gab’s Theorie, nachmittags Praxis.

Im kleinen Obstgarten der Garten Tulln gibt es alle möglichen Sorten als Halbstamm und dort dürfen die Obstschnitt-Teilnehmer dann direkt  selber ran – unter Aufsicht der Kursleiterin und eines Gärtners natürlich.

Im kleinen Obstgarten der Garten Tulln gibt es alle möglichen Sorten als Halbstamm und dort dürfen die Obstschnitt-Teilnehmer dann direkt selber ran und die eben gelernte Theorie in die Praxis umsetzen – freilich unter Aufsicht der Kursleiterin und eines Gärtners.

So werde ich das Megaschnippelprojekt, das ich nun bereits ein bisschen vor mir herschiebe, also in Angriff nehmen – im Spätsommer. Denn so Radikaleingriffe, wie bei unsere Zwetschke nötig, macht man zur bzw. gleich nach der Ernte. Bei anderen Obstbäumen eher im August. Und überhaupt kann man schwer generelle Aussagen treffen, weil jede Obstsorte ein bisschen anders tickt.

Ein paar doch allgemeine sehr interessante Tatsachen, die ich gelernt habe, gibt es dennoch:

  • Je früher man schneidet, umso mehr treibt der Baum/Strauch aus. Wer also viel Nachwuchs will, rückt im Jänner aus, wer eher zügeln will, schneidet im April.
  • Immer auf die äußere Knospe schneiden. Bei Obstbäumen will man ja, dass die Äste am liebsten waagrecht nach außen wachsen und das Schneiden auf die äußere Knospe unterstützt das – vor allem, wenn man die nächste einfach mit dem Fingernagel wegzwickt, damit die außen liegende die beste Chance hat.
  • Saftwaage! Das erklärt aber besser der Gärtner des Vertrauens.

All das und noch viel mehr werde ich auf dieses Trum hier anwenden:

Jetzt schlottere ich schon vor Projekt-Ehrfurcht, wenn ich mir die Zwetschke ansehe. Wenn ich mich nicht irre, muss sie so 14 sein und wurde wahrscheinlich nicht wirklich gepflegt.

Jetzt schon schlottere ich vor Projekt-Ehrfurcht, wenn ich mir die Zwetschke ansehe. Wenn ich mich nicht irre, muss sie so 14 sein und wurde wahrscheinlich nicht wirklich gepflegt.

Am Foto erkennt man das Praktische am Schnitt im Spätwinter/Frühfrühling – es gibt noch keine Blätter und man sieht besser, was weg gehört. Damit ich diesen Vorteil auch im August/September habe, werde ich mir jetzt schon mal – mit noch frischem Kurswissen und vollem Durchblick – die Äste für den späteren Schnitt markieren.

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