Schneidewut am Wochenende.

Wenn ich mal meine Gartenscheren und -sägen auspacke, geht ein Raunen durch den Blätterwald. Denn wenn ich anfange zu schnippeln, hör ich so schnell nicht wieder auf. Und so bekommt der ein oder andere Strauch zickzack eine Sommerfrisur. Prinzipiell muss man sagen, dass jetzt gerade nicht „Schneidezeit“ ist. Prinzipiell sagt man aber auch, dass der August ganz gut dafür ist. Die meisten Pflanzen haben ihr Wachstum abgeschlossen, sind schon in Herbststimmung und nehmen einen Schnitt stoisch hin – ohne große Nachwehen.

Der Flieder zum Beispiel. Den sollte man ja im zeitigsten Frühjahr schneiden, bevor er blüht. Nun, er hat aber das ein oder andere kahle Ästchen – und das sind Ästchen, die ich schon zum richtigen Schnittzeitpunkt im März wegnehmen wollte, mich aber nicht getraut hab, weil ich insgesamt schon ziemlich maßlos mit der Gartenschere zugelangt hatte. Dann eben jetzt.

Fliederhaufen Schnittgut.

Jupp, diese Äste sehen nicht kahl aus, weil noch der ein oder andere grüne zusätzlich daran glauben musste.

Dafür sieht er jetzt wieder fein stramm aus.

Mal schauen, wie er nächstes Jahr blüht.

Mal schauen, wie er nächstes Jahr blüht.

Und nach dem Flieder kam der Kompoststrauch, der heißt so, weil ich nicht weiß, wie er heißt und vorm Kompost steht. Und danach kam der grün-weiße Strauch – ja, der heißt so, weil er grün-weiße Blätter hat und das wiederum alles ist, was ich weiß. Der hat gleich fast und komplett daran glauben müssen. Schon im Frühjahr hat er sehr traurig drein geschaut und die große Hitze hat die Sachlage noch verschlechtert.

Und dann. Ja dann kam der Holler dran. Wir haben 3 davon im Garten. 3 Riesensträucher, die gefühlt einen Meter pro Jahr wachsen. Und ich weiß gar nicht mal, ob das sooo übertrieben ist. Jedenfalls musste ich einen auslichten, das war nicht mehr hübsch. Einen hab ich  „fassonniert“ und dem dritten hab ich – um in der Haarwelt zu bleiben – einen Kurzhaarschnitt verpasst. Obwohl, das ist zuviel – es ist eher ein Bob. Im Zuge der Aufräumarbeiten hab ich sowieso beschlossen, dass der demnächst ganz weg muss. Der verdeckt alles und macht alles dunkel und zwei Holunder reichen wohl auch und allemal. Naja, und dann hatte ich einen ganzen Haufen Holz im Garten:

Wer meint, da liegt ein ganzer Baum, liegt falsch.

Doch wer meint, da liegt ein ganzer Baum, liegt falsch.

Denn es ist noch immer ein ganzer Baum da:

Immer wieder erstaunlich, wie viel man wegnehmen kann, ohne dass man's groß merkt.

Aus dem hab ich drei riesenfette Äste mit x kleineren Ästen dran, rausgeschnitten – sieht man nicht. Was man sieht, ist, wo ich Blüten gepflückt hab und wo nicht.

Mein Totholzhaufen war bereits nach dem Flieder & Co.-Schnitt voll mit Gupf. Und ich hab einen großen Platz für Totholz. Denn bereits im ersten Jahr in diesem Garten hab ich festgestellt, dass ich viel Raum für geschnittene Äste brauchen werde. Aber es reicht dann doch nie. Ich muss ihn also größer machen, mir einen zweiten Platz suchen oder wieder mal am Bauhof abladen. Wär ja nicht das erste Mal. Im Zuge meiner Aufräumarbeiten in den allerersten Gartenjahren und dem Kellerausgraben, wo leider ein riesiger Kirschlorbeer daran glauben musste, haben wir bereits zwei ganze Traktoranhänger voll mit Schnittgut weggeführt, das waren insgesamt über 1,5 Tonnen. Und dazu noch ein paar kleine Anhänger voll.

Holler-a-drio!

Holler-a-drio!

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