Das härteste open-air Work-out: Strauch umsetzen.

Wer es nicht machen muss, soll es sein lassen. Wer es machen, muss: Um einen Strauch umzusetzen, braucht es Ausdauer, Nerven und Kraft – sehr wahnsinnig gerne auch in Form eines männlichen Helferleins. Denn einen riesigen Batzen Erde mit einem – meist unhandlichem – Gewächs, das man nicht verletzen will, durch den Garten zu schleppen, ist kein Zuckerschlecken nicht. Eher ein einziger Schweißtropfen. Es gibt sonst keine „sportliche“ Betätigung, bei der sich meine Kleidung flächendeckend um eine Nuance dünkler färbt. Doch nun genug der Ekelhaftigkeiten.

Letztes Wochenende hab ich den 4. Strauch in meiner Gärtnerkarriere versetzt und das ging so:

Zuerst die leichten Aufgaben: Den Strauch markieren, z.B. mit einem Band, so dass man auch nach dem Ausgraben noch weiß, wie er in welche Himmelsrichtungen stand. Mir sind Himmelsrichtungen „zu groß“, ich hab mir markiert, welche Strauchseite zum Haus stand.

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Jetzt heißt’s durchbeißen: Immer schön um den Strauch rum aufgraben – am besten weit drum rum. Denn so bleiben dem Strauch mehr Wurzeln. Nach unten hin dann spitzer werden. Die Wurzeln gezielt mit dem Spaten kappen. Apropos: Nicht beim Spaten sparen! Ruhig darüber erschrecken, was ein guter Spaten kostet, aber trotzdem kaufen. Ich hab in meiner ersten Gartensaison ziemlich alles Gartenwerkzeug mit Holzstiel zerbrochen und verzichte jetzt dankend darauf. Mein Super-Spaten mit Metallstiel hält mein Gewicht wunderbar aus, wenn ich mich dagegenstemme und das Dagegenstemmen ist sehr wichtig beim Ausgraben: Immer wieder unter den Strauch stechen und aushebeln. Ich geh auch mit der Grabegabel (mit Metallstiel) rundherum und mach den Strauch so locker.

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In der Pause: Das Loch ausgraben, wo der Strauch hin soll. Pausenbeschäftigung, weil das ein Spaß ist gegen das blöde Um-den-Strauch-rum, wo einem dauernd die Äste ins Gesicht schnappen, die Erde unter den Füßen wegrutscht und man glaubt, nie fertig zu werden. In das Loch hab ich Sand und Kompost getan, damit das neue Platzerl schön heimlig wirkt.

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Quer durch den Garten: Damit ich den Strauch dorthin brachte, wo ich ihn hin wollte, hab ich meinen Liebsten gebraucht und eine große Plastikplane. Auf die hab ich den Strauch gehebelt, er gehoben und damit haben wir ihn dann quer durch den Garten gezogen. Dann hab ich noch die Wurzeln zurechtgeschnippselt, damit’s hauptsächlich glatte „Brüche“ gibt. Und dann so ins Loch verfrachtet, wie der Strauch auch vorher ausgerichtet war.  Dann noch ordentlich zurückgeschnitten, etwa um ein Drittel, denn der Gute kann ja nicht mit weniger Wurzeln dieselbe Menge Äste bewirtschaften. Dann wurde er noch gut eingewassert – geschlämmt sagen die Profis, meine ich. Soll man bei jedem Wetter machen, glaube ich, in einem meiner Gartenbücher gelesen zu haben. Ich hab sicher auch gelesen, warum, weiß es aber nicht mehr.

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Und warum ich mir diese Arbeit angetan hab: Weil der Strauch sehr schön ist, aber dort, wo er war, nicht zur Geltung kam. Ich hoffe, er überlebt die Umpflanzung. Ich glaube übrigens, es handelt sich um einen Korkflügel-Spindelstrauch. Ich glaube es nur, weil ich ihn von den Garten-Vorbesitzern geerbt habe und die Nach-Zuordnung schwierig ist. Er sieht jedenfalls aus wie ein Korkflügel-Spindelstrauch, wächst aber nicht wie einer, sondern schneller.

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